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Artenschutzprogramm der ARGE-Sinntal Gewässerökologie

Im Rahmen unserer Zielsetzungen, die Artenvielfalt der 60iger Jahre in der Sinn wieder herzustellen, haben wir nach erfolgreichen bisherigen Wiederansiedlungen die letzte noch fehlende Fischart in die Schmale Sinn am 06.07.2017 eingesetzt.
2000 Jungfische der Art Rutten, (Quappen,Trüche, Aalraupe, Aalrutte) wissenschaftlicherName Lota lota, fanden in der Schmalen Sinn ihre neue Heimat.
Sie gehörten zum historischen Arteninventar der Sinn und sind durch ungünstige Einflussnahmen verschwunden. In den Jahren bis 2006 wurden nur noch Einzelexemplare bis 70 cm erfasst. Nachwuchs fehlte vollkommen.
Sie ist in Deutschland in der Roten Liste als stark gefährdet eingestuft. Rutten sind bei uns geschützt, sie werden nicht entnommen.

Freundlicher Weise wurden die Fische von dem teichwirtschaftlichen Beispielbetrieb des Bezirks Unterfranken in Maidbronn für uns aus dortigen Vorkommen nachgezüchtet und zur Verfügung gestellt. Das Herkunftszeugnis belegt die heimische Art.

Mit Unterstützung der Kollegen Peter Micknass, Maintal, Peter Paulini, Maintal, Reinhold Schmitt, Hammelburg, und Leonhard R. Peter, Biebertal, wurden die Rutten abgeholt und fachgerecht in die flachen Randbereiche der Schmalen Sinn besetzt.

Im nächsten Jahr werden wir den Erfolg kontrollieren und evtl. noch nachbessern.

Die Rutte ist der einzige Vertreter der dorschartigen Fische im Süßwasser. Sie hat einen langgestreckten, hinten seitlich zusammengedrückten Körper. Am Kinn hat die Rutte einen Bartfaden (Bartel). Sie hat keine Schuppen, die Flossen und der Körper sind auffällig marmoriert gezeichnet. Sie lebt verborgen an Grund und in Uferunterständen der Forellen – Äschen- und Barbenregion der Flüsse. Sie benötigt hohen Sauerstoffgehalt.
Die Fortpflanzung erfolgt im Winter auf steinigem Grund an seichten Stellen ab dem 3. bis 4. Lebensjahr. Die Eierzahl ist mit bis zu einer Million sehr hoch.

Nun sind in die Sinn von uns neben den Fischarten Schmerlen, Gründlinge, Nasen,Barben, Elritzen und Schneidern auch Rutten wieder eingebürgert worden. Forellen und Äschen erforderten bisher die größte Beachtung und den größten finanziellen Aufwand. Eine behördliche Anerkennung für unsere Bemühungen zum Artenschutz blieb aus.

Dank an alle Beteiligten und Herrn Fischwirtschaftsmeister Hummel für die Vorbereitungen zu dieser Maßnahme.

Alfred Schmidt
ARGE-Sinntal
www.arge-sinntal.de

Fotos: LRP