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Regierungspräsidium zeigt Kooperationsmöglichkeiten auf

Aufbauend aus Gesprächsrunden im vergangenen Jahr hat das Regierungspräsidium Gießen den Verband Hessischer Fischer (VHF) eingeladen. Obere Wasserbehörde, Obere Fischerei- und Naturschutzbehörde sowie die Führungsspitze und Fachreferenten des Verbandes trafen sich zu einem Informationsaustausch um die Zusammenarbeit des Verbandes auf Arbeitsebene fortzusetzen und zu intensivieren.

Bei diesem Treffen zu Jahresbeginn war das Thema „Gewässerentwicklung und Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie (WRRL)“ angesetzt. Neben dem fachlichen Austausch wollten wir auch Wege suchen, wie wir gemeinsam bei den Maßnahmeträgern (Kommunen, Verbände) für naturnahe Gewässer werben können, um vor Ort mehr Akzeptanz für eine nachhaltige Gewässerentwicklung zu schaffen.

Die Powerpointpräsentation vorgetragen von Herbert Diehl (Dezernat Oberirdische Gewässer), machte deutlich welche Schwierigkeiten und Probleme bei der Planung und Umsetzung von Renaturierungsprojekten im Vorfeld bestehen.

An Renaturierungsmaßnahmen wie beispielsweise das Totholzprojekt an der Ohm, wo sich der Fischereiverein Kirchhain sehr engagiert mit eingebracht hat oder die Umstrukturierung des Seenbach im Vogelsberg wurden Wege aufgezeigt, wie der Verband mit seinen Mitgliedern bei den Maßnahmeträgern wie Kommunen, für naturnahe Gewässer werben kann um vor Ort mehr Akzeptanz für eine nachhaltige Gewässerentwicklung zu schaffen.

Einige Kommunen haben noch „Beratungsbedarf“ z.B. an der Antrift, Felda, Jossa, Schwarza und Salz u.a. Auch die Finanzierungsmöglichkeiten wurden aufgezeigt. Was und wie finanziert werden kann, sowie Umfang und Höhe der Zuwendungen wurden diskutiert.

Fazit – Angler können mitwirken, die Gewässer naturnah zu entwickeln,

  • wenn sie bei Maßnahmenplanungen über die Wasserbehörden mitwirken und ihr Vor-Ort-Wissen einbringen!
  • Wenn sie dadurch Unterstützung leisten, indem sie andere Bürgerinnen und Bürger davon überzeugen, wie wichtig der Lebensraum Wasser und die darin lebenden Organismen sind!
  • Wenn sie ihr bedeutendes Wissen über die Fische und über die biologischen Zusammenhänge in den Gewässern in den Umsetzungsprozess der Wasserrahmenrichtlinie als kompetente Ansprechpartner einbringen!
  • Wenn sie an den vom VHF regelmäßig verschickten Einladungen zu den Gewässerschauen vor Ort regelmäßig teilnehmen!
  • Wenn sie Ihre Gemeinde vor Ort ansprechen und als Maßnahmeninitiator bei Umsetzungen wie Totholzeinbau, Störsteinsetzungen, Laichhabitatverbesserungen etc. auch praktisch unterstützen!
  • Wenn sie wieder die Bachpatenschaften an ihren Gewässern übernehmen!

Nach diesem Informationsaustausch war klar der Verband sollte diesen „Ball“ aufnehmen und an alle weiterspielen. Damit wir unsere Rolle als Paten für die Natur, die wir mit unserer Hegeverpflichtung eingegangen sind, erfüllen können, als Angler Naturschützer und -nutzer. Auch wenn wir in Hessen – wie anderswo auch – noch längst nicht am Ziel sind, finden sich in unserem Land viele gute Beispiele für die Renaturierung unserer Gewässer und damit verbundenen Verbesserung der Lebensbedingungen von Fauna und Flora am und im Wasser.

Wenn wir als Angelvereine vor Ort eine stärkere Beteiligung wahrnehmen, können wir auch ein wenig vermitteln in dem nicht immer konfliktfreien Bemühungen, um die richtige Lösung naturschutzfachlicher Probleme an Gewässern.

Der Verband Hessischer Fischer bittet alle Mitgliedsvereine, sich an der Basis aktiv in den Prozess der Gewässerentwicklungen einzubringen.

Ansprechpartner für Fragen und Anregungen zu Projektaktivierungen im Zuge der Umsetzung der WRRL sind die Fachreferenten Rainer Hennings und Jens Eligehausen vom Verband Hessischer Fischer.

Günter Hoff-Schramm

Hochwasserschutz und Retentionsbecken an der Werra –
Mit fortgeschrittener Sukzession – ein Projekt unter Mithilfe des ASV Eschwege

Erfolg einer umfangreichen Renaturierung an der Dill –
Der Fluss fließt wieder natürlich mit Überflutungsmulden

Fotos: G. Hoff-SChramm