ehrengäste betonen bedeutung von ehrenamt, natur- und gewässerschutz
Foto: M. Bechstedt
von links nach rechts: VHF-Geschäftsführer Adrian Zentgraf, VHF-Referent Erwerb Kilian Keidel, VHF-Vizepräsident Karl Schwebel, Maximilian Ziegler (fischereipolitischer Sprecher SPD), VHF-Vizepräsident Rainer Hennings, Staatssekretär Daniel Köfer, Erste Kreisbeigeordnete Wetteraukreis Birgit Weckler,
Corinna Müller( Kassenwartin ASV Nidda und Umgebung e. V.), Marco Weller (Vorsitzender IG Nidda), Bernd Widmaier (Landesjagdverband Hessen)
Am Samstag, den 16.05.2026, fand im Bürgerhaus Nidda die Mitgliederversammlung des VHF für das Geschäftsjahr 2024 statt.
Vizepräsident Rainer Hennings eröffnete die Versammlung und begrüßte die zahlreichen Teilnehmerinnen und Teilnehmer sowie die anwesenden Ehrengäste, die sich mit ihren Grußworten an die Versammlung richteten.
Den Auftakt machte Staatssekretär Daniel Köfer vom Hessischen Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt, Weinbau, Forsten, Jagd und Heimat. In seiner Rede dankte er den Anglerinnen und Anglern für ihren täglichen Einsatz und betonte, dass Angeln weit mehr als ein Hobby sei. Vielmehr handle es sich um ein wichtiges ehrenamtliches Engagement für Heimat, Natur und Gewässer. Gleichzeitig verwies er auf die zunehmenden Herausforderungen, denen sich die Fischerei gegenübersieht – insbesondere durch die Auswirkungen des Klimawandels, die zuerst in den Gewässern und Fischbeständen sichtbar würden. Deshalb sei der Austausch zwischen Fischern, Vereinen und politischen Entscheidungsträgern von großer Bedeutung. Als Beispiel nannte er auch die Problematik rund um den Kormoran.
Darüber hinaus hob der Staatssekretär bereits laufende Projekte hervor, etwa den Maifischbesatz, bei dem Hessen gemeinsam mit Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz zusammenarbeitet. Denn ein ganzheitlicher Ansatz hinsichtlich der Gewässerentwicklung sei sehr wichtig. Der nächste Besatz finde am 29.05.2026 in Wiesbaden statt.
Mit Blick auf die Zukunft sprach er zudem über geplante Änderungen bei den Förderprogrammen. So soll ab 2028 die Aquakulturförderung neu aufgestellt werden, um der Erwerbsfischerei in Hessen bessere Perspektiven zu bieten. Gleichzeitig kündigte er weitere Maßnahmen zur Entbürokratisierung an. Unter anderem sollen Fischereischeine ab dem 1. Januar 2028 digital verfügbar sein.
Zum Abschluss seiner Rede unterstrich Staatssekretär Köfer noch einmal, dass die Fischerei Tradition, Ehrenamt und Heimatverbundenheit vereine. Und dass eine starke Stimme, welche der VHF darstelle, hier wichtig sei, um dies zu realisieren.
Im Anschluss richtete Thorsten Eberhard, Bürgermeister der Stadt Nidda, sein Grußwort an die Versammlung. Er würdigte insbesondere den Beitrag der Anglerinnen und Angler für den Natur- und Artenschutz und dankte dem Verband für dessen wichtige Arbeit.
Zudem ging er auf aktuelle Projekte der Stadt Nidda ein. Eine er aktuell vielen Baustellen sei, um die Bevölkerung wieder stärker an die Gewässer heranzuführen. So soll unter anderem ein neuer Gewässerzugang an der Nidda entstehen.
Zum Ende seines Grußworts warb Bürgermeister Eberhard außerdem für die Landesgartenschau 2027 in Oberhessen, bei der auch Nidda und Bad Salzhausen neben weiteren Kommunen Schwerpunkte darstellen werden.
Auch die Erste Kreisbeigeordnete des Wetteraukreises Birgit Weckler nutzte die Gelegenheit, einige Worte an die Anwesenden zu richten. Sie betonte insbesondere die verbindende Rolle des VHF zwischen Vereinen, Naturschutz und Politik. Der Verband sei eine wichtige Schnittstelle zwischen dem Land Hessen, Kreisen und Kommunen. Es sei wichtig miteinander zu sprechen und verbindende Elemente zu schaffen.
Darüber hinaus dankte sie den Ehrenamtlichen des Verbands für ihr Engagement und hob hervor, wie wertvoll verlässliche Ansprechpartner in den verschiedenen Gremien seien.
Besonders wichtig sei ihr zudem die Förderung der Jugendarbeit. Junge Menschen frühzeitig für Natur und Gewässer zu begeistern, sei eine zentrale Aufgabe für die Zukunft. Ebenso lobte sie die Offenheit des Verbandes gegenüber neuen Technologien und bot die Unterstützung des Wetteraukreises an, sofern in diesem Bereich räumlicher Bedarf bestehe.
Unter den Ehrengästen befand sich außerdem Bernd Widmaier, Vorstandsmitglied des Landesjagdverbands Hessen. In seinem Grußwort machte er deutlich, dass sowohl Jäger als auch Fischer um die Wichtigkeit von nachhaltigem Handeln wissen und die Natur in ihrer reinsten und verletzlichsten Form erleben. Er sprach sich weiterhin für eine kameradschaftliche Zusammenarbeit zwischen Jägern und Fischern aus.
Im Namen der Politik sprach zudem Maximilian Ziegler, fischereipolitischer Sprecher der SPD. Er machte deutlich, wie wichtig die Arbeit der Anglerinnen und Angler für die Gesellschaft sei. Viele Herausforderungen rund um die Gewässer könnten nur mit den Menschen vor Ort gelöst werden. Gleichzeitig stellte er die Frage, wer diese wichtige Arbeit in der Zukunft übernehmen werde. Deshalb sei es entscheidend, junge Menschen frühzeitig an die Gewässer heranzuführen. Verantwortung für die Natur entstehe vor allem dort, wo Menschen die Gewässer kennen und erleben.
Aus den eigenen Reihen der Anglerinnen und Angler richtete anschließend Marco Weller, Vorsitzender der IG Nidda, einige Worte an die Versammlung. Er stellte die Arbeit der IG Nidda vor, die als Bindeglied zwischen Öffentlichkeit, Anglern, Naturschutz und Behörden agiert. Durch die enge Zusammenarbeit seien bereits wichtige Projekte, bspw. zur Wiederansiedlung von Nase und Meerforelle, umgesetzt worden. Ein weiteres wichtiges Projekt sei die Durchgängigkeit der Nidda und den Anschluss an den Main. Gerade bei Fließgewässern sei gemeinschaftliches Handeln unverzichtbar.
Auch Corinna Müller, Kassenwartin des ASV Nidda und Umgebung e.V., sprach zu den Anwesenden. Sie beschrieb ihren Verein als klein, aber äußerst engagiert. Die Artenvielfalt in der Nidda sei das Ergebnis jahrelanger gemeinsamer Arbeit von Verein, Verband und vielen Ehrenamtlichen. Gleichzeitig werde jedoch auch die zunehmende Erwärmung der Nidda immer deutlicher spürbar und stelle die Vereine vor neue Herausforderungen. Umso wichtiger sei Gemeinsamkeit und Unterstützung. Besonders dankte sie dem VHF für die Unterstützung und die gute Zusammenarbeit.
Positiv hob Frau Müller zudem die Entwicklung der Jugendarbeit hervor. Die Nachwuchsarbeit sei wichtig für die Zukunft der Vereine und des Natur- und Gewässerschutzes. Ziel müsse es sein, Wissen, Verantwortung und Respekt vor der Natur an die nächste Generation weiterzugeben.
Neben den genannten Ehrengästen begrüßte der Verband außerdem Herrn Weber von der Obersten Fischereibehörde sowie die Ehrenpräsidenten Herrn Nentwig und Herrn Wenderoth.
Im Anschluss an die Grußworte der Ehrengäste wurde die Mitgliederversammlung mit dem internen Teil und den weiteren Tagesordnungspunkten fortgesetzt.
Nicole Hülpüsch



