Krebsprojekt, Fischartenschutz und Fliegenfischen . . .

Quer durch das Ausstellungszelt „Der Natur auf der Spur“ dominierte die hölzerne Arche. Noah, der einladend am Bug des Schiffes thronte, zeigte den Weg ins Schiffsinnere. Hier präsentierte der Verband Hessischer Fischer e.V. (VHF) einzig und allein, dass Naturschutz nicht an der Wasseroberfläche aufhört. War dies ein biblisches Ohmen für die Zukunft, dass die Fische eine so große Priorität einnehmen durften? Hat doch das Hessische Umweltministerium den Fischartenschutz bisher bei seinem politischen Handeln ignoriert. Das Standpersonal sorgte nicht nur mit Info-Flyern für klaren Blick, sondern auch mit kompetenter Auskunft für Durchblick was unsere heimischen Fischarten betrifft. Fragen zu Alter, Vorkommen, Verhalten und Gefährdungsursachen konnten im Rahmen der Ausstellung beantwortet werden. Wissensdefizite über die in den Gewässern der Region vorkommenden Arten wurden bei den zahlreichen Schulklassenbesuchen beseitigt, so mancher Lehrkörper ließ sich noch Material zum Unterricht nachschicken.

Aufgeschreckt durch das Plakat „Kormoran gefährdet Artenschutz“ kam es zu lebhaften Diskussionen, die durchaus kontrovers geführt wurden, aber am Ende war man sich einig, dass ein effektiver Schutz des heimischen Genpools an Fischarten nur durch eine neue praktikable Kormoranverordnung möglich ist. Mit dem jetzigen Kormoranerlass ist Hessen das Schlußlicht der Bundesländer, die bereits aufgrund neuesten Erkenntnisgewinns ein brauchbares  Kormoran-Management für den Fischartenschutz praktizieren. In diesem Zusammenhang hatten Abgeordnete der SPD-Fraktion um ein Informationstermin auf dem Hessentag gebeten. Vom VHF konnten Rainer Hennings (Referent Naturschutz), Klaus Däschler (Präsident) und Thomas Hof (Vizepräsident) den vier Mitgliedern der SPD, die dem Umweltausschuss angehören, in gemütlicher Runde in der Arche die Situation zum Kormoran und die daraus resultierenden Primär- und Sekundärschäden darlegen. Ein Informationsgewinn für die Abgeordneten war es allemal. „Es ist aufschlussreicher, vor Ort mit den Praktikern zu diskutieren, als fragwürdige Zahlenstatistiken von Schreibtischtätern interpretieren zu müssen“, bedankte sich der Forstpolitische Sprecher, Heinz Lotz (SPD).

Kurt Scholz zeigte gekonnt wie man aus Federn und Garn kleine Fliegenimitationen zum Fischfang binden kann – wahre Schmuckstücke. Fliegenfischen zum Anfassen wurde nebenbei auf dem Gelände auch präsentiert, so mancher Besucher entpuppte sich als Naturtalent bei der Wurfkunst mit Fliegenrute. Dass Fische aus heimischen Gewässern auch lecker schmecken, konnte Ingrid Scholz und Winfried Klein beim Räuchern und Filetieren unter großem Interesse zeigen. Die ständigen Lebensmittelskandale haben den Hype auf heimische Süßwasserfische weiter verstärkt – Bio aus erster Hand ist gefragt, wohl dem der einen Angler in seinem Bekanntenkreis hat. Auch die kleinen Besucher konnten beim Angelspiel nicht nur Geschicklichkeit beweisen, sondern auch noch etwas über den geangelten Modellfisch erfahren. Familien ließen sich gerne unter den schattigen Schirmen des Verbandes nieder, spielten mit dem Fischmemory oder halfen ihren Sprösslingen beim Bemalen von Gipsfischen. Rund um eine gelungene Präsentation des Verbandes Hessischer Fischer auf dem Gelände „Der Natur auf der Spur“.

Günter Hoff-Schramm

Alle Fotos: ghs/T. Hof