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Frühlingsfest auf dem Kühkopf

 

Schon eine regionale Event-Institution ist das seit einigen Jahren jeweils am 1. Mai stattfindende Frühlingsfest des Umweltbildungszentrums (UBZ) "Schatzinsel Kühkopf" im ehemaligen Hofgut Guntershausen am Stockstadt-Erfelder Altrhein. Das Umweltbildungszentrum mit seiner sehenswerten Ausstellung über die Rheinauen (darüber demnächst ein gesonderter Bericht) ist an diesem Tag durchgehend geöffnet und bietet in Zusammenarbeit mit regionalen Anbietern eine Gastronomie im Hof des alten Hofgutes. An diesem Tag fährt auch die Museumsfähre von Guntersblum über den Rhein und so nutzen Tausende von Besuchern regelmäßig den Feiertag für einen Ausflug auf den blühenden Kühkopf und in die Rheinauen und einen Besuch im Hofgut.

In diesem Jahr waren auch die Naturschutzverbände eingeladen, sich mit einer Darstellung ihrer Arbeit an dem Fest zu beteiligen. Dem folgte der VHF, der durch den Naturschutzreferenten Rainer Hennings auch im Fachbeirat des UBZ vertreten ist, sehr gerne. Vizepräsident Olaf Klein und Rainer Hennings bauten am Vorabend des 1. Mai das Zelt in den Verbandsfarben, ein mobiles Stellwandsystem und Biergartengarnituren auf. Mit "Leben" erfüllt wurde das Ganze am Morgen vor Beginn durch Günther Hoff-Schramm mit seinem Beitrag "Wir schützen den Eisvogel" sowie Informationen zu Arten, die durch die Anstrengungen der hessischen Fischer eben nicht "schon weg" sind, sondern wieder fliegen, laichen und schwirren. So zum Beispiel die Wasseramsel, seltene Kleinfische, die Vielfalt der Libellen und eben der Eisvogel, der in der ersten Brut ganz überwiegend auf die von Fischern gehegte Brut der Bachforelle als Nahrung für seine Jungen angewiesen ist. Olaf Klein repräsentierte die Ausbildung in der Fischerei, nicht nur als den "Weg zum Angeln", sondern eben auch als die umfassende ökologische Ausbildung, die wir Angler, neben den Jägern, als einzige absolvieren und mit staatlicher Prüfung abschließen müssen, bevor wir uns Naturschützer nennen dürfen.
Rainer Hennings hatte eine Ausstellung zum Thema Flusskrebse mitgebracht, die mit Plakaten und Präparaten heimische und fremde, invasive Flusskrebse sowie das Schutzprojekt "Heimische Flusskrebse" des VHF vorstellte. Besonders hingewiesen wurde auf die Schäden, welche dichte Bestände Invasiver, vor allem von Signalkrebsen, in der Gewässerökologie und an den Fischbeständen, besonders in der Salmonidenregion, regelmäßig anrichten. Die Reduzierung des Signalkrebses und anderer amerikanischer Flusskrebse ist daher eine Aufgabe, die vielerorts schon durch die Angelfischerei wahrgenommen wird, ganz im Sinne unsers Mottos "Schutz durch Nutzung".
Dr. Semiramis Pyriki vom Referat Naturschutz der Hauptgeschäftsstelle betreute zusammen mit den anderen drei Aktiven ganztägig den Informationsstand - da reichte es gerade mal für eine schnelle Mittagspause mit Räucherfisch vom Stand unseres Mitgliedsvereins ASC 1929 Stockstadt. Die am Stand ausgelegten Infomaterialien des VHF und unser kleines Fischnährtier-Aquarium fanden regen Zuspruch. Vor allem aber gab es viele Gespräche mit einer großen Zahl der mehrere Tausend Besucher. Bei uns mussten alle vorbei - wir hatten den Stand direkt am Tor zum Hofgut. Da reichte die Palette von der schlichten Nachfrage nach dem nächsten Fischerprüfungslehrgang bis zur längeren, ergiebigen Unterhaltung über teils kontroverse Themen des aquatischen Naturschutzes. Viele der überwiegend natur- und naturschutzorientierten Besucher erfuhren zum ersten Mal, dass Schutz und Nutzung im Gewässer sich nicht ausschließen und nahmen nicht nur Informationsmaterial, sondern auch neue, positive Eindrücke von der Fischerei mit nach Hause. Am Abend waren wir alle etwas heiser - aber sicher, dass sich der nicht geringe Aufwand sehr gelohnt hat. Gerne im nächsten Jahr wieder.

Rainer Hennings
VHF-Referent Naturschutz



Großes Interesse an der Naturschutzarbeit der hessischen Angler
Foto: Dr. S. Pyriki