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Mitgliederversammlung des VHF

 
VIel Lob für die Naturschutzaktivitäten der Fischer
 

Es hatte den Anschein, dass die kreisenden Störche über der Stadthalle von Biebesheim nicht zufällig vorbei kamen als einer der größten Naturschutzverbände in Hessen, der Verband Hessischer Fischer e.V. zu seiner Jahres-Mitgliederversammlung eingeladen hatte.


VHF-Präsident Klaus Däschler begrüßt die Teilnehmer

Zu den Grußworten der Ehrengäste, die vor allem das effektive Engagement der Angler im Naturschutz am Gewässer hervorhoben, konnte man den klappernden Beifall unserer gefiederten Freunde von oben wahrnehmen.


"Sind es doch gerade die Hegeaktivitäten der organisierten Angelvereine an ihren Gewässern, die zur Erhaltung der Artenvielfalt am und im Gewässer beitragen", wie es der Vertreter des Landrats, Kreisbeigeordneter Walter Astheimer in seiner Rede betonte.


Bemerkenswert ist die Äußerung von Herrn Gerald Kummer (SPD), der in Vertretung des fischereipolitischen Sprechers Timon Gremmels, angereist war, dass weitere Einschränkungen und Regelungen in der Fischerei nicht hinnehmbar seien. Dies beträfe auch im Besonderen die Beschränkungen des Zugangs an die Gewässer z.B. am Rhein. Das Hessische Fischereigesetz und die Verordnung über die gute fachliche Praxis haben sich bewährt und es bedarf nach Meinung der SPD-Landtagsfraktion keiner weiteren Neuregelung.


Der fischereipolitische Sprecher der FDP Landtagsfraktion Jürgen Lenders rügte bei seiner Rede das konzeptlose Vorgehen des Hessischen Umweltministeriums im Gewässerschutz. "Wer den 4 Phasenplan bei der Problematik Kali und Salz auf den Weg gebracht hat, u.a. mit dem Vorschlag die Halden abzuplanen um ein Ausschwemmen zu verhindern, sowie weitere Maßnahmen auf einen Zeitraum bis 2070 terminiert, wo die Verantwortlichen längst nicht mehr zur Rechenschaft gezogen werden können, den hätte man früher geteert und gefedert", gab sich Herr Lenders kämpferisch. Genauso prangerte er die Entwicklung der gewässerzerstörenden Wasserkraft in Hessen an. Für Neubau von Anlagen dürfte es in Hessen keine Genehmigungen mehr geben. Zuerst sollten die bestehenden Altanlagen auf Nutzen und Funktion überprüft und entsprechend dem Stand der Technik angepasst werden. So ist es eigentlich auch seit 2010 gesetzlich vorgesehen. "Mit den Einleitungen von K+S und dem Verhindern von weiteren Wasserkraftanlagen hat die Fischerei in Hessen schwere Brocken zu bewältigen, aber wir von der FDP sind gerne bereit zusammen mit der Fischerei an Lösungswegen zu arbeiten", betonte Jürgen Lenders in seinem Schlusswort. Die Delegierten nahmen dies mit großem Applaus wohlwollend auf.


Die Präsidentin des Deutschen Angelfischer Verbandes (DAFV) Dr. Christel Happach-Kasan hob die Zielsetzung der Fischerei hervor: "Wir müssen alles daran setzen, dass auch die zukünftigen Generationen ohne Einschränkungen an unseren Gewässern angeln können. Dazu gehört, dass wir klar machen, dass wir seit Urgedenken die Natur nachhaltig nutzen und damit der Naturschutz an unseren Gewässern flächendeckend in Deutschland schon immer in den besten Händen, in den Händen der Fischerei war. Dass dies so bleibt werden wir als Dienstleister unserer Verbände gegenüber der Politik in Berlin und Brüssel stark einfordern. Angelverbote in der Ostsee, Angelverbot auf Aal, oder einseitiger Schutz der Kormoranbestände, dies sind Beschränkungen die wir so nicht hinnehmen werden."



Im internen Teil der Delegiertenversammlung wurde die 2015 angekündigte Mitgliedsbeitragserhöhung des VHF auf 11 € mit 273 Stimmen bei 8 Nein-Stimmen angenommen.
Ein Antrag auf Senkung des Beitrages für Jugendliche wurde diskutiert und auf Grund der heutigen Kosten, bei den Leistungen für die Jugendarbeit in den Vereinen und im Verband, als nicht zeitgemäß empfunden und mit großer Mehrheit abgelehnt.
Der Antrag auf Satzungsänderung, zur rechtlich einwandfreien und flexibleren Handhabung der Mitgliedschaft oder Kündigung in einem Dachverband wurde ausgiebig behandelt. Die Ausführungen, Bedenken und Meinungen waren so unterschiedlich, dass sie zu keinem Ergebnis führten. Der Antrag auf Satzungsänderung wurde zurückgezogen. Dieser Punkt steht auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung am 20. November 2016 erneut zur Abstimmung. Wir wünschen uns auch zu dieser Versammlung ein reges Interesse und einen konstruktiven harmonischen Verlauf wie in Biebesheim im Kreis Groß-Gerau wo die Störche wieder zu Hause sind.

Günter Hoff-Schramm

Fotos: M. Bechstedt