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Herbstseminar für Gewässerwarte und Naturschutzbeauftragte

 
Gewässerbewirtschaftung im Fokus - Rekordbeteiligung
 

Blick ins Auditorium                                            Foto: M. Bechstedt

Das kann nur unser Herbstseminar bewirken. Wenn 83 Teilnehmer aus ganz Hessen nach Alsfeld-Eudorf kommen, muss es etwas Besonderes sein - eine gute Tradition des Verbandes Hessischer Fischer e. V. (VHF).

Das zeigte auch die Teilnahme der Oberen Fischereibehörden des Regierungspräsidiums (RP) Kassel durch Christoph Laczny und des RP Gießen durch Walter Fricke. Die Obere Fischereibehörde des RP Darmstadt mit Dr. Christian Köhler war selbst mit einem Referat mitwirkend.
Der Präsident des Landesfischereiverbandes Hessen Reinhard Kohl, sowie VHF- Präsident Klaus Däschler waren vor Ort. Die Begrüßung der Teilnehmer durch den VHF-Präsidenten war denn auch gleich seine Aufgabe, und er gab den Startschuss für einen langen Seminartag.

Um die Grundlagen für die nachfolgenden Vorträge zu legen, waren die gesetzlichen Bestimmungen durch HFischG und HFO unerlässlich, mit Randaspekten die in der WRRL, FFH-Richtlinie und bspw. im Tierschutz zu suchen waren. Ein schwieriges Unterfangen für Dr. Christian Köhler, die Teilnehmer durch dieses "trockene" Thema zu führen. Der vielgestaltige Vortrag ließ keine Fragen offen und das ein oder andere Detail war selbst versierten Teilnehmern bisher nicht wirklich klar.

Auf diesem Level konnte Christoph Dümpelmann seine Arbeit zur "Bewirtschaftung eutropher Stillgewässer am Beispiel des Ruhlsees" vorstellen. Zunächst wurden die eingesetzten Methoden der Fischbestandsermittlung vorgestellt, mit allen Vor- und Nachteilen. Die Auswertung der verschiedenen Befischungen wurde in einer detailreichen Situationsübersicht nachgewiesener Arten und deren Rolle im Ruhlsee zusammengeführt. Im letzten Abschnitt des Vortrages war die Beeinflussung, sprich die Bewirtschaftung, der einzelnen Arten Kern der Empfehlung für den Ruhlsee. Keine einfache Aufgabe für unseren Mitgliedsverein ASV Langenselbold, da eine ständige Nährstoffzufuhr über die Kinzig und eine Heerschar an Wasservögeln erfolgt.

Dankenswerterweise übernahm Dr. Uwe Koop den Part "Nachhaltige fischereiliche Bewirtschaftung von Fließgewässern". In einem sehr leidenschaftlichen Vortrag, ja Plädoyer, griff er alle Punkte auf, mit denen sich Bewirtschafter kleiner bis mittlerer Fließgewässer beschäftigen sollten. Über die Bestandsermittlung, Strukturgüte, Fangstatistik bis hin zur Ertragsfähigkeit - alles wurde erwähnt. Sämtliche Punkte eines Hegeplanes sind gefallen - letztlich Grundlage einer jeder Hegegemeinschaft.

Persönliche Anmerkung: Ich habe Uwe selten so leidenschaftlich und fix vortragen gehört. Ein Genuss der Extraklasse!

Vor der Abschlussdiskussion hatten wir die Möglichkeit eine neue Software zur mobilen Fangdatenermittlung zu sehen. Holger Berge, Datentechnik - entwickelte das Produkt "Kainga mobile" speziell für Smartphones. Ort, Datum, Fischart mit Größe und Stückzahl können vom Fischgewässer direkt an ein gewähltes Speichermedium gesendet werden und sind auch für die Ermittlung der Gastfänge einsetzbar. Zusammen mit den schon vorhandenen Basisanwendungen ist Kainga mobile kombinierbar zur Erstellung und Ablage von Untersuchungsdaten aus chemischen Untersuchungen oder der Gewässerbiologie.

Wichtigstes Thema zur Abschlussdiskussion waren die Planungen für das Herbstseminar 2016, das am 5. November an gleicher Stelle stattfindet. In Diskussion sind folgende Themen: Eigenproduktion von Besatzfischen (zum Beispiel Bachforelle, Äsche) unter Berücksichtigung der Elterntierauswahl - Stichwort Genetik; der Klassiker Besatz- / Fangstatistik; Ansprechpartner (Behörden) in Notsituationen der Vereinsgewässer; spezielle Besatzthemen; Eintrag von Stickstoff über die Luft im Rhein-Main Gebiet.
Wir werden uns bemühen, eine Auswahl dieser Themen für 2016 zu bieten.

Hoch motiviertes und sehr freundliches Publikum, viele Ehrengäste und ausgezeichnete Fachreferenten mit spannenden Vorträgen unter dem Motto "Fischereiliche Gewässerbewirtschaftung im Spannungsfeld Fangwunsch, Fangerfolg und HFischG".
Nicht zu vergessen die erstklassige Vorbereitung des gesamten Umfelds durch Martina Bechstedt. Dieses Gesamtpaket war Garant für ein gutes Seminar, ein Teilnehmer bezeichnete es als eines der besten der letzten Jahre.
Wir sind mehr als zufrieden.

Karl Schwebel
VHF-Referent Gewässer Süd