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Hessentag in der Dornröschenstadt Hofgeismar

 
Elektrobefischung in der Esse
 
Kasseler Studentinnen machen Vorschläge zur Renaturierung der Esse
 

Menschliche Eingriffe in die Landschaft sind seit jeher wichtige Themen der Landschaftsplanung und des Naturschutzes.
Vor diesen Eingriffen blieben auch die Gewässer nicht verschont. So wurden zum Beispiel die Wasserläufe begradigt,
verkürzt, korrigiert oder kanalisiert und die Gewässersohlen befestigt. Querbauwerke wie Wehre schränken die
Durchgängigkeit auch heute noch ein. Zusätzlich wurden die Gewässer durch verstärkte organische oder anorganische
Einträge aus dem Umfeld belastet. Auch der Bach „Esse“ ist von zahlreichen strukturellen und stofflichen Veränderungen
betroffen.
Mit Hilfe des Naturschutzes, der Landschaftsplanung sowie diversen europäischen Richtlinien wie der Europäischen
Wasserrahmenrichtlinie (EG-WRRL) oder der Europäischen Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie (FFH-RL) sollen Lösungsansätze und Maßnahmenkonzepte entwickelt werden, um Eingriffe wie Flussbegradigungen oder Strukturverarmungen nachhaltig zu verbessern.
Kernziel der EG-WRRL ist der „gute ökologische Zustand“ aller Oberflächengewässer bis zum Jahre 2015, spätestens aber bis 2027. Das bedeutet, dass belastete oder veränderte Gewässer wieder zurück zu einem möglichst naturnahen Zustand entwickelt werden sollen.
In diesem Rahmen soll auch die Esse in Hofgeismar renaturiert werden. Das Gelände „Am Mühlenfeld“ soll auf einer
Fläche von vier Hektar in ein parkähnliches Areal verwandelt werden. Hierzu wird ein sogenanntes Gewässerentwicklungs-konzept (GEK) erarbeitet, das den Anlass einer Masterarbeit mit dem Titel „Gewässerentwicklungskonzept für die
Esse in Hofgeismar“ bildet. Verfasser dieser Masterarbeit sind die beiden Studentinnen Teresa Mendel und Nicole Winter
des Studienganges Landschaftsarchitektur und –planung an der Universität Kassel. Die Fläche war während des Hessentages 2015 Schauplatz der Sonderschau „Der Natur auf der Spur“ des Hessischen Ministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz.
Um den aktuellen ökologischen Zustand eines Fließgewässers bewerten zu können, werden verschiedene biologische,
chemische und strukturelle Qualitätskomponenten herangezogen. Ein wichtiger biologischer Parameter ist der Fischbestand.
Dieser wird in der Regel mit Hilfe einer Elektrobefischung ermittelt. Bei dieser Methode wird elektrischer Strom
verwendet, der die Fische leicht betäubt. Diese können nun entnommen und bestimmt werden. Anschließend werden
alle Fische wieder in das Gewässer zurückgesetzt. Die vorgefundenen Artenzusammensetzungen und Abundanzen geben
Aufschluss über den ökologischen Zustand eines Gewässers.
Auch an der Esse wurde im Rahmen der erwähnten Masterarbeit eine Elektrobefischung durchgeführt. Unterstützt wurden
die beiden Studentinnen dabei von Dipl.-Ing. Jens Eligehausen sowie von den Mitgliedern des Verbandes Hessischer
Fischer e.V. und dessen Präsidenten Klaus Däschler. Da die Befischung während des Hessentages am 03.06.15 auf dem
Gelände des Theodor-Rocholl-Parks durchgeführt wurde, konnten auch zahlreiche Fußgänger und Interessierte das Geschehen beobachten. Mit dem Ergebnis der Elektrobefischung waren alle Beteiligten zufrieden.

Teresa Mendel und Nicole Winter

Mitglieder des Verbandes Hessischer Fischer e.V. mit
Präsident Klaus Däschler,Studenten und Mitarbeiter der Uni Kassel
Elektrobefischung in der Esse
v. l. B.Sc. Teresa Mendel, B.Sc. Nicole Winter,
Präsident Hessischer Fischer Klaus Däschler,
Dipl.-Ing. Jens Eligehausen
Rotauge 30 cm
Spiegelkarpfen 50 cm Bachforelle 40 cm

Fotos: Teresa Mendel und Nicole Winter