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Hessentag 2014 in Bensheim

 
Vom 06. bis 15.06.2014 war der Verband Hessischer Fischer e. V. auf der Sonderausstellung "Der Natur auf der Spur" als Teil der Landesausstellung vertreten. Dieses Jahr fand das größte hessische Fest in Bensheim statt, einer reizvollen Stadt im Süden Hessens an der Bergstraße gelegen.

Wir hatten (teilweise fast zu) gutes Wetter und eine sehr gute Positionierung auf dem Gelände direkt an einem Haupteingang zu "Der Natur auf der Spur". Unser Zelt war bis zum letzten Tag immer stark frequentiert, nur am extrem heißen Nachmittag des Pfingstmontags lief es etwas flauer (wir hatten im Zelt 35,6°C; und jeder, der herein kam, sagte "Habt Ihr es schön kühl hier…") Der Hessische Rund-funk/Hörfunk machte bei uns am Abschlusstag ein Kurz-Interview zum Resumé des Hessentages, und der Bergsträßer Anzeiger fotografierte unsere Wurf-Demonstrationen: Ein Fliegenfischerballett mit zeitweise vier Werfern. Große Resonanz hatten wie jedes Jahr die Fliegenbinder. Dem Ehepaar Scholz aus Ederbringhausen wurden am Pfingstwochenende die Schmuckfliegen beinahe aus der Hand gerissen. Manfred Richter, Horst Bütow und Drs. Schmitt sen. und jun. (alle AV Bensheim) banden Gebrauchsfliegen und führten viele Gespräche und Fachsimpeleien zum Thema Fliege und Fischen.

Die Hauptattraktion waren jedoch die Aquarien, an denen sich viele gute Gespräche ergaben, oft auch mit Leuten, die mit Angeln nichts am Hut hatten, aber beeindruckt waren von der sonst kaum sichtbaren Unterwasser-Welt. Vereinzelt hatten wir es auch mit echten Angel-Gegnern zu tun und leider gab es hier welche, bei denen jedes Wort müßig war.
Angler waren bei uns zu jeder Zeit gut aufgehoben. Sie interessierten sich häufig für Angelmöglichkeiten in der Region und für die 3D-Vermessung von Baggerseen und Teichen. Sie erhielten in vielen Fällen Auskunft und Beratung zu konkreten Fragen der Gewässerbewirtschaftung. Gezeigt wurden in zwei der vier 250-Liter-Becken Äsche, Bachforelle, Gründling, Regenbogenforelle und Bachsaibling als Charakterarten der Bäche bzw. der Teichwirtschaften des Odenwaldes (Herkunft: Odenwald-Forelle, eh. Fischzucht Kreuzer, Fischbachtal-Billings). Die beiden anderen Becken präsentierten die Arten der Niederungsgewässer und Baggerseen: Aal, Barsch, Bitterling, Karausche, Kaulbarsch, Moderlieschen, Quappe, Rotauge, Rotfeder, Schleie, Stichling, Teichmuschel und Zander waren hier vertreten. Anstelle der seltenen heimischen Krebsarten wurde der invasive amerikanische Signalkrebs gezeigt. Bitterling und Stichling gerieten in ihrer Zeit bei uns in Laichstimmung, das gab Gelegenheit zu interessanten Verhaltensbeobachtungen. Besondere Aufmerksamkeit fanden die kleinen Störe: Sterlet, Russischer und Sibirischer Stör waren als Stellvertreter für den Europäischen bzw. Atlantischen Stör als Fisch des Jahres bei uns zu Gast (aus der Fischzucht Groß, Rhönforelle, die auch die anderen Arten der Niederungen lieferte). O-Ton Kind: "Kommt der Name Stör vom Stören, wo die doch so groß werden??". Anna Hennings: "Nö, das kommt eher von dem alten germanischen Wort 'stor' für 'groß', das man nur in den nordischen Sprachen noch findet" Kind: "Is' ja auch viel logischer…".

Die Kinder fanden besonders das Angelspiel richtig toll, vor allem nachdem wegen der Hitze Wasser ins Planschbecken/Angelteich gelassen wurde. Das Fisch-Memory dagegen beschäftigte neben den Kindern auch viele Erwachsene, auch ältere Jahrgänge. Ein Selbstläufer ohne großen Betreuungsaufwand war das Bemalen von Gipsfischen und -krebsen (Dank an Olaf Klein und seine Zuarbeiter!).

Den Fischen in den Becken ging es durchweg gut, Maximaltemperatur nur am Pfingstmontag: 19,4°C über die Nachmittagsstunden, sonst immer 15 bis 18°C. Durch die Durchlauf-Kühlung und -Belüftung blieben auch alle anderen Wasserparameter (zweimal täglich gemessen von R. Hennings) konstant im optimalen Bereich - selbst die gestrengen Veterinärinnen waren zufrieden! Viele (noch) Nicht-Angler fragten nach Fischerprüfung und Ausbildungsmöglichkeiten. Ihnen konnte mit dem Material, welches die beiden Ausbilder im Kreis Bergstraße zur Verfügung gestellt hatten und durch den Kreisfischerei-berater Rainer Hennings, der bis auf eine Ausnahme an allen Tagen anwesend war, geholfen werden. Die Spendensammlung für das Hospiz in Bensheim (wir baten um Spenden für Schmuckfliegen, Schlüsselbänder, Kugelschreiber und Fisch-des-Jahres-Tüten) erbrachte insgesamt 461,-- Euro, die vom VHF auf 600.--€ aufgerundet wurden.

Beim Auf- und Abbau halfen vor allem viele Mitglieder des Arbeiter-Angelsportvereins Bensheim um Hans Böhm, sowie Vater und Sohn Eipl vom AV Bensheim. Den Standdienst ergänzten vor allem Mitglieder des AV Bensheim unter Vors. Dr. Werner Reimann, sowie Jürgen Arnold, Vors. des ASV Lorsch-Einhausen. Günter Hoff-Schramm von der VHF-Hauptgeschäftsstelle in Wiesbaden, stand an 4 Tagen von morgens bis abends als Ansprechpartner vor Ort zur Verfügung stand. Vom Präsidium waren zeitweise anwesend Rjurik Nentwig, Michael Wolfram, Olaf Klein, Karl Schwebel; vom Gewässerwarte-Team Kai Hanig, und ohne Volker Krah wäre das (im übrigen richtig gute) Zelt der Verbandsjugend nicht nach Bensheim und wieder zurückgekommen. Ihnen allen, auch denen, die vielleicht nicht erwähnt wurden, den allerbesten Dank!

Rainer Hennings

 
Da schnuppert sich die nächste Generation ans Angeln heran ...
Foto R. Hennings.
Rainer Hennings vom Referat Naturschutz des VHF, immer im Einsatz und stets gefragt von den wissbegierigen Besuchern.
Foto: Günter Hoff-Schramm
   
Schmuckfliegen für einen guten Zweck, und unermüdliche Kommunikationsmotoren - das Ehepaar Scholz aus Ederbringhausen.
Foto R. Hennings
Dr. Hans-Jürgen (ganz links) und Dr. Johannes Schmidt vom AV Bensheim sowie Horst Bütow und Manfred Richter (diese beiden leider nicht im Bild) banden Gebrauchsfliegen. Diese fertigen Kleinst-Kunstwerke waren bei Fliegenfischern und Junganglern gleichermaßen begehrt.
Foto R. Hennings