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Verband Hessischer Fischer e. V.
   
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Wiesbaden, 24.04.2014
 
Alle Berichte zu diesem Thema (Hessenschau, SWR-Landesschau, RTL-Hessen) finden Sie hier
 
 
Schifffahrtsamt Koblenz vernichtet Leben auf 8 km Lahn!
 
Muscheln, Krebse, Jungfische auf ganzer Uferlänge von Limburg nach Diez machen das ganze Ausmaß einer unkoordinierten eigenwilligen Maßnahme des Wasser- und Schifffahrtsamtes Koblenz sichtbar. Beim Verband Hessischer Fischer e.V. steht seit Dienstag das Telefon nicht mehr still, hunderte von Anrufern beklagen den erbärmlichen Zustand an der Lahn und sind entsetzt über nach Luft schnappenden Fischen im Schlamm. Ein Betonfundament an der Staustufe Diez sollte erneuert werden und dazu war die Absenkung notwendig. Nach Auskunft eines Mitarbeiters des Wasser- und Schifffahrtsamtes, wurden alle Betroffenen Behörden und Fischereirechtsinhaber im voraus schriftlich über das Vorhaben informiert, dass am 21.4.2014 ab 18.00 Uhr das Wasser in der Lahn abgelassen wird. Es hätte auch keinerlei Einwände von der in Kenntnis gesetzten Wasserbehörde und Naturschutzbehörde in Gießen gegeben. Weitere Verantwortliche waren bisher nicht bereit Auskunft zu geben.
"Es ist unmöglich zu dieser Jahreszeit ohne Rücksicht auf Verluste solch eine Maßnahme durchzuführen, da gibt es andere wasserbauliche Möglichkeiten ohne die Lahn trocken zu legen und Tonnen von Fisch ersticken zu lassen", so Winfried Klein, Sprecher der Interessengemeinschaft Lahn (Zusammenschluss der Angel- und Gewässerschutzvereine an der Lahn).
Ohne Berücksichtigung naturschutzrechtlicher Belange wurde der gesamte aquatische Lebensraum auf acht Kilometer Länge unwiederbringlich zerstört.
Das Wasser- und Schifffahrtsamt Koblenz hat durch diese Maßnahme, die Bemühungen der Länder Rheinland-Pfalz und Hessen bei der Umsetzung der Ziele zur EU-Wasserrahmenrichtlinie zu Nichte gemacht. Es bleibt abzuwarten, wie die Umweltministerien der Länder auf diesen Umweltskandal reagieren werden.
Der Schaden ist nach Einschätzung von Gewässerbiologen des Verbandes Hessischer Fischer groß und bewegt sich im sechsstelligen Bereich.
Es gibt einem schon zu denken, wenn die Landesregierungen ihre Aktivitäten zum Erhalt der Biodiversität und zur Umsetzung der WRRL besonders hervorheben, aber im Land selbst bei Umwelt- und Naturschutzbehörden von den Zielvorgaben scheinbar noch nichts angekommen ist.

HefischPress
Günter Hoff-Schramm

 
   




 

Fotos W. Klein