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Verband Hessischer Fischer e. V.
   
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Wiesbaden, 28.02.2014
 

Verband Hessischer Fischer für Abschaffung des EEG
 
EEG hat als zentrales Instrument der Klima– und Energiepolitik versagt und fördert weder den Klimaschutz noch Innovationen
 
Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) hat den Strom in Deutschland fast unbezahlbar gemacht. Die EEG-Vergütungszahlen an die Anlagenbetreiber stiegen von 883 Millionen Euro im Jahr 2000 auf 23 Milliarden Euro im Jahr 2013 und machen derzeit schon mehr als 20% des Strompreises aus, so das Gutachten der vom Bundestag eingesetzten „Expertenkommission Forschung und Innovation“ (EFI). Das EEG sorge nicht für mehr Klimaschutz sondern erhöhe nur die Kosten.
Hinzu käme, dass es durch das EEG keinen messbaren Innovationsschub gäbe und die langfristig festen Einspeise-vergütungen des EEG keinen Anreiz zur Entwicklung von neuartigen Technologien böte. Dies trifft in besonderem Maße auf die 7700 in Deutschland betriebenen Wasserkraftanlagen zu, die zwar nach EEG auf Kosten der Stromverbraucher hoch gefördert werden, doch sind Neuentwicklungen zu einem schonenderen und tierschutzfreundlicherem Betrieb ausgeblieben
und die Betreiber nutzen lediglich lukrative Mitnahmeeffekte. Im Gegenteil wurden gesetzlich geförderte „erhebliche ökologische Verbesserungen“ im Umfeld der Anlagen ohne kritische Prüfung anerkannt, waren aber in den meisten Fällen sinnlos und ohne jeglichen erkennbaren Zweck. Hierfür wurden aber 2- oder 4 Cent Höhervergütungen pro erzeugter Kilowattstunde vergütet. Es wurde sogar die Höhervergütung für die Herstellung des gesetzlichen Zustandes gezahlt, so der Verband Hessischer Fischer.
Durch diese hohen und gewässerschädigenden Vergütungen nach dem EEG wurden und werden überall an bestehenden Wehren oder an aus wirtschaftlichen Gründen längst stillgelegten Standorten neue Anlagen gebaut oder reaktiviert, nur weil das EEG den Betreibern eine überhöhte Rendite sichert. Die strengen Vorgaben der EU-Wasserrahmenrichtlinie mit seinem
Verschlechterungsverbot werden sogar von den Genehmigungsbehörden ignoriert.
Besonders erschwerend ist, dass an keinem Ort in Deutschland tagtäglich mehr Tiere tierschutzwidrig und bestialisch gequält, getötet und langfristig ausgerottet werden als an den Rechen vor- oder in den Turbinen der Wasserkraftanlagen. Da hier angeblich „Ökostrom“ produziert wird, stecken sogar die Tierschutzorganisationen den Kopf in den Sand, obwohl sie hier ein unglaubliches Betätigungspotenzial hätten. Sie handeln nach dem Prinzip: „Was nicht sein darf, das kann auch nicht sein“.
Der VHF unterstützt daher die vom Bundestag eingesetzte Expertenkommission in ihrer Forderung, das EEG schnells-tmöglich abzuschaffen, denn durch diese dem Gewässer- und Tierschutz zuwiderlaufende Förderung werden unsere nur noch wenigen intakten Fließgewässer auch noch zerstört.

Der Verband Hessischer Fischer e.V., Dachorganisation für fast 40.000 hessische Fischer und nach Bundesnaturschutz-gesetz anerkannter Naturschutzverband kämpft seit Jahrzehnten gegen die weiteren Zerstörungen an den hessischen Fleißgewässern und den nicht aufzuhaltenden Verlust von im Wasser lebenden Tierarten, bei denen der Rückgang der wertvollen Aale bereits dramatische Formen angenommen hat und nicht mehr zu retten sein wird.
Leider hat die neue hessische Koalition sich in ihren Verhandlungen über das Übel der Wasserkraftanlagen hinweggesetzt und leistet der Ausrottung der aquatischen Tierarten und dem tierschutzwidrigen Betrieb der 630 hessischen Wasserkraft-anlagen, die ohnehin keinen nennenswerten Beitrag zur Stromerzeugung leisten, weiter Vorschub!
Da sich diese schlimmen Dinge unterhalb der Wasseroberfläche, außerhalb der menschlichen Sinneswahrnehmung abspielen, nehmen leider die Menschen keine Notiz von diesen schrecklichen Dingen.
Die fließenden Gewässer sind die „Lebensadern unserer Landschaft“ in deren Umfeld: Wasser- Ufer-Aue – fast 70 Prozent aller Tierarten leben! Daher ist diesem Lebensraum und seinem Schutz die höchste Priorität einzuräumen.


Kontakt:
Winfried Klein (Verantwortlich)
Referent für Öffentlichkeitsarbeit
Verband Hessischer Fischer e.V.
Tel.: 06484/4994
E-Mail: Klein.Runkel@t-online.de