Pressemitteilungen
 
 
 

Pressemitteilung

des Verbandes Hessischer Fischer e. V.

 
Gülle- und Jaucheausbringung
Wiesbaden, 14.02.2012
 
Fährt man derzeit aufmerksam durch die Landschaft, so kann man überall sehen, dass schon Gülle oder Jauche auf die Felder und teilweise Wiesen ausgebracht worden ist.

Seit 1. Februar ist das zwar offiziell erlaubt, doch gibt es in der entsprechenden Verordnung eine wichtige und sinnvolle Einschränkung, dass weder Gülle noch Jauche auf gefrorenen Boden ausgebracht werden darf. Wie tief der Boden gefroren ist, ist unerheblich, da auch schon bei geringen Gefriertiefen die Gülle oder Jauche nicht vom Boden aufgenommen werden kann.

Gülle und Jauche sind wertvolle Dünger, die natürlich auf die Felder aufgebracht werden müssen, doch richten sie bei unsachgemäßer Anwendung sehr großen Schaden an.
Gülle hat zum Beispiel einen chemischen Sauerstoffbedarf von etwa 100 mg/O2 pro Liter. Im Liter Wasser sind aber bei Temperaturen von z.B. 5°C nur 12,4 mg/L Wasser gelöst. Gelangt also Gülle in ein Gewässer, so wird dem Wasserkörper sofort durch die eingeleitete Gülle der gesamte Sauerstoff entzogen und alle Wassertiere - Fische und Wirbellose Tiere - ersticken qualvoll. Bei höheren Temperaturen ist es noch viel dramatischer, weil dann weniger Sauerstoff im Wasser gelöst ist.

Wenn nun Gülle auf gefrorenen Boden aufgebracht wird, baut sie sich wegen der Kälte nicht ab und gelangt beim Auftauen mit dem ersten Regenguss in die fließenden Gewässer. Dort entzieht sie dem Wasser den gesamten Sauerstoff und tötet über mehr oder weniger große Strecken alle Wassertiere.
Daher ist es auch verboten, Gülle auf hanggeneigten Flächen oder in der Nähe der Gewässer auszubringen.
Der Gesetzgeber hat den Landwirten mit der Formulierung "Gute fachliche Praxis der Landwirtschaft" die volle Verantwortung für den fachlich einwandfreien Umgang mit wassergefährdenden Stoffen übertragen und fordert natürlich auch die Einhaltung dieser wichtigen Vorschriften.

Der Verband Hessischer Fischer appelliert an die Landwirte, diese Düngemittel mit Umsicht und Verantwortung für die Natur anzuwenden.

Winfried Klein
Referent für Öffentlichkeitsarbeit