Auf Aal und Granatbarsch verzichten

 

In einer dpa-Meldung vom 11. August 2016 forderte der WWF auf, bestimmte Fischarten nicht zum Verzehr zu kaufen und beim Kauf von Fisch immer auf das ASC-Gütesiegel (Fisch aus umweltschonender Aquakultur) und das MSC-Gütesiegel Council (Fisch aus bestandsschonender Meeresfischerei) beim Kauf zu achten. Sinn der Sache ist es, dass besonders bedrohte Fischarten, Muscheln, Garnelen u.a. Produkte aus dem Salz- und Süßwasser oder die Umwelt belastende Produktionsmethoden in der Aquakultur durch Kaufverzicht zurückgedrängt werden sollen. Hiermit sollen die jeweils gefährdeten Fischbestände geschont und letztlich vor dem Aussterben bewahrt werden. Wer Wildlachs essen möchte, sollte auf die pazifischen Arten wie Keta- oder Buckellachs ausweichen und keine Ostsee oder Atlantischen Wildlachse kaufen, da letztere sehr gefährdet sind. Auch auf Schillerlocken sollte verzichtet werden, da sie aus den Bauchlappen der gefährdeten Dornhaie stammen. Heringe, Sprotten aus Nord- und Ostsee sowie Schollen aus diesen Gebieten könnten gekauft werden. Beim Kabeljau sei auf das MSC-Siegel zu achten.
"Was gar nicht geht" heißt es in dem Artikel, sind Fische wie Hai, Aal und Granatbarsch, sowie Schnapper und Blauflossenthunfisch. Sie seien so selten geworden, dass sie nicht auf den Teller gehörten"!

Anmerkung von Winfried Klein: Alle Fische - außer dem Aal - sind wegen Überfischung in ihrem Bestande bedroht! Der Aal ist erst seit den späten 80er Jahren auf dem Rückzug und keineswegs wegen eines Überfischungsproblems. Kontinuierlich gehen die Bestände zurück, zuletzt mit stark ansteigender Tendenz. Was nicht dargestellt wird, ist der Grund für den Rückgang unseres Aales, was natürlich auch für den auf Spenden angewiesenen "Gutmenschenverein" WWF tabu ist.

In den 80er Jahren trat einerseits das Problem mit den Polychlorierten Biphenylen (PCB´s - siehe auch den folgenden Artikel "Polychlorierte Biphenyle) auf und andererseits wurden überall Wasserkraftanlagen umgebaut, erneuert und seit das EEG von Trittin geschaffen wurde, ist dieses der größte Feind unserer Aale (und natürlich auch der Lachse und sonstigen Wanderfische).
So kommt aus der Lahn oder dem Main, der Weser oder aus sonstigen mehrfach gestauten Flüssen kein einziger Blankaal unverletzt oder gar noch lebend "in einen dem Meer zufließenden Strom" wie es der EU-Managementplan und die EU-Aalverordnung verlangen - So zum Beispiel aus unserer Lahn, in den Rhein.
Gerade in den letzten Jahren und seit Bestehen dieses unsäglichen "Erneuerbaren-Energie-Gesetzes" (EEG), von dem die "EFI-Kommission" in einem im Aufrag der Bundesregierung angefertigten Gutachten, zu dem Schluss kommt, "dieses (EEG) sofort abzuschaffen, da es innovationsfeindlich ist und nur den Strom teuer mache" - ist das Problem des Fischtodes in Wasserkraftanlagen noch viel schlimmer geworden!
Unserer Bundeskanzlerin wurde das EFI-Gutachten öffentlich von der Kommission überreicht - man konnte es in den Heute-Nachrichten sehen - sie hat es angenommen und sofort in der Versenkung verschwinden lassen!
Hätte man den von Wissenschaftlern erarbeiteten Rat angenommen, gäbe es heute dieses unsägliche aus grüner Feder entstammende Gesetz nicht mehr, dies zum Segen der Stromverbraucher und vor allem zum Segen vieler erbarmungswürdiger Kreaturen - insbesondere auch unserer Aale und sonstigen Wanderfische wie auch aller anderen Fische in unseren Gewässern! Die IG-LAHN e.V. und der Verband Hessischer Fischer haben auch in diesem Jahr wieder die Stilllegung von allen Wasserkraftanlagen in allen Fließgewässern gefordert, um dem Aal am Ende seines Lebens die einmalige Chance einer unversehrten Abwanderung in die Nordsee zu ermöglichen und letztlich das Überleben dieser unglaublich wertvollen, heimischen Fischart zu sichern.
Allerdings werden die in Hessen und Rheinland-Pfalz mitregierenden Grünen dies wieder mit Argumenten "des öffentlichen Interesses" der Wasserkraft - für ein paar lumpige, blutrote, Kilowattstunden Strom" zu verhindern wissen! Scheinbar hat diese Partei jedes Maß an Realität eingebüßt. ist!

Winfried Klein,
VHF-Referent Öffentlichkeitsarbeit
und Gewässerwart IG Lahn

Polychlorierte Biphenyle

Hier ein Rückblick auf die "Polychlorierten Biphenyle" - 209 verschiedene Kongenere (unterschiedliche Anzahl und Stellung der Chloratome) gibt es davon, wovon einige absolut wasserunlöslich sind und sich dadurch niemals biologisch abbauen können. Daher schrieb schon "Readers Digest" - DAS BESTE - in Ausgabe 2/1983: "Ein Umweltgift, was nie verschwindet".
Es bleibt fest zu halten, dass erstmals 1968 mehr als 1000 Japaner Opfer einer Krankheit wurden, die als "Yusho" bekannt geworden war. Sie hatten Reisöl zu sich genommen, das extrem mit Polychlorierten Biphenylen verseucht war. Bis 1982 starben daran mindestens 51 Menschen - wie viele es bis heute sind, ist nicht bekannt. Da bei den Erkrankten Chlorakne, Gliederschwellungen und Leber-, Milz- und Nierenschäden auftraten und "sogenannte "schwarze Babys" - im Mutterleib durch PCB´s geschädigte Babys - geboren wurden - kam man dahinter, dass PCB´s die Ursache waren, eine gefährliche Substanz, über deren vielen Anwendungsgebiete es sich schlau zu machen galt.
Das PCB befand sich (und befindet sich immer noch) wegen seiner Langlebigkeit überall besonders in fettreichen Fischen und hier ganz besonders in den Aalen.
Der Fischereisportverein-Oberlahn ließ damals Aale (aber auch Hechte, Brassen u.a.) aus der Lahn bei Fresenius untersuchen und machte auf Grund der gefundenen drastischen Belastungen mit den PCB´s eine Anzeige gegen Unbekannt bei der Staatsanwaltschaft und beim Hessischen Wasserschutzpolizeiamt in Wiesbaden-Kastel.
Ich war seinerzeit mit unserem damaligen 2. Vorsitzenden Josef Kolarsch zu einer Beratung bei Fresenius. In unserem Beisein telefonierte Prof. Fresenius selbst mit dem Umweltbundesamt hinsichtlich der Belastung; er erhielt die Empfehlung, ab sofort keine Aale aus der Lahn mehr zu verzehren.

Es folgten umfangreiche Untersuchungen des Hess. Wasserschutzpolizeiamt an der Lahn, um dem Umweltgift Nummer 1 auf die Spur zu kommen. Ich war mit Beamten der Hessischen Wasserschutzpolizei an der gesamten Lahn unterwegs und zeigte entsprechende Einleitequellen, u.a. auch Schrottplätze.

Durch eigene Recherchen brachten wir in Erfahrung, von wo her ein großer Anteil der PCB´s in unsere Fließgewässer gelangen konnte. Es wurde in allen Transformatoren und Kondensatoren als Dielektrikum verwendet sowe in großen Hydrauliksystemen im Bergbau eingesetzt, wo jährlich 1000 Tonnen verloren gingen und in die Umwelt gelangten. D.h., es wurden einerseits hohe Temperaturen vertragende Kühlflüssigkeiten verwendet und da es den elektrischen Strom nicht leitete, konnte man es hervorragend gerade in Transformatoren in Überlandleitungen als Dielektrikum (Isolator) und gleichzeitig Wärme nach außen zwecks Kühlung übertragende Flüssigkeit verwenden.
Man konnte diese Behälter mit Kühlrippen z.B. an Überlandmasten sehen von denen u. a. Bauernhöfe als Einzelgehöfte versorgt wurden. Sie landeten beim Austausch nach unseren Recherchen regelmäßig mit dem gefährlichen Inhalt (das Mittel nannte sich "Clophen") auf Schrottplätzen und verschwand spurlos - bis es dann wieder in unseren Flüssen und letztlich in den Fischen auftauchte und sich überall im Getreide, in Kartoffeln, in Tier und Mensch anreicherte. So ist es heute immer noch überall - zwar mit abnehmender Tendenz vorhanden und ist in hohem Maße immer noch und wohl noch sehr lange Zeit in den Weltmeeren zu finden! Bei jedem Regen schwimmt die leichtere Flüssigkeit im Wasser auf und wird in die Gewässer eingeschwemmt.
Wir Angler und Vorstand im FSV-Oberlahn e.V. 1885 - haben den Stein mit den PCB´s in Fischen und in unseren Gewässern ins Rollen gebracht und haben über Deutschland hinaus weitsichtig dafür gesorgt, dass dieses gefährliche Zeug, was 1929 erstmals verkauft wurde, vom Markt verschwunden ist. Allerdings werden wir noch viele Hundert Jahre mit den FOlgenkonfrontiert werden und es wird immer ein Geheimnis bleiben, wie viele Menschen weltweit durch dieses "Dreckszeug" an Krebs erkrankt und dadurch gestorben sind oder noch sterben werden!

Passen wir auch in Zukunft weiter höllisch auf und gehen den kleinsten Vermutungen strikt nach, um künftigen Schaden zum Wohle der Natur, der Arten und schließlich der Menschen zu verhindern!

Winfried Klein
VHF-Referent Öffentlichkeitsarbeit
und Gewässerwart IG Lahn