Prominente Lachsangler am Laerdal

 

Am 04. August meldeten einige Presseorgane, dass Schwedens König Carl XVI Gustaf (70) und der norwegische König Harald (79) gemeinsam im westnorwegischen Fluss Laerdalselva auf Lachse geangelt haben. Beide Monarchen sind begeisterte Angler und bevorzugen das Angeln mit der Fliegenrute vor allem in Lachsgewässern Schwedens und Norwegens. König Harald sei schon seit 1953 begeisterter Angler. Ob die beiden bei ihrer Angeltour etwas gefangen haben, wurde nicht berichtet.

Der westnorwegische Fluss Laerdal ist einer der bekanntesten Lachsflüsse in Norwegen, der in dem nach dem Fluss benannten Ort Laerdal (Laerdalsøyri) in den bekannten Sognefjord (bis 1400 m tief) einmündet. Der Fluss Laerdal hat (wieder) einen ausgezeichneten Lachsbestand, was nicht immer so war. Anfang dieses Jahrhunderts wurde in den Laerdalsfluss (Laerdalselva) ein Lachsparasit (Gyrodactylus salaris) wahrscheinlich über nicht sterilisiertes Angelgerät eingeschleppt und rottete den gesamten Lachsbestand aus. Hier reagierten die Norweger seinerzeit auf konsequente Art und Weise, sperrten den gesamten Fluss an der Mündung in den Laerdalsfjord mit einem Elektroabweiser (Netz) ab und vergifteten den Fluss von der Quelle bis zur Mündung mit Rotenon, einem hochgiftigen Pflanzenextrakt tropischer Gewächse (Leguminosum) in einem Mischungsverhältnis 1: 2.000.000. Hierdurch wurde alles Leben im Laerdal ausgerottet undder Fluss damit desinfiziert. Nach gut zwei Jahren wurde die Elektrosperre wieder entfernt und der Fluss konnte sich mit dem alten Lachsstamm, der im Fjord und im Meer noch vorhanden war, wieder neu besiedeln. Andere Fische - im wesentlichen Forellen - wurden neu eingesetzt. Die Fischbestände erholten sich schnell und heute hat der Laerdal wieder einen sehr guten Fischbestand, der auch die beiden Könige wieder begeisterte und zu gemeinsamen Lachsangeltouren animierte.

Wer nach Westnorwegen fährt, sollte unbedingt nach Laerdal fahren, denn dort befindet sich direkt oberhalb der Mündung des Laerdals in den Sogne-Fjord das "Norwegische Wildlachszentrum" (Norsk Villakssenter), das unbedingt jeder Lachs-Interessierte kennen sollte.

Darin erfährt man Wissenwertes über Lachse und kann sie natürlich auch sehen, denn direkt am Ufer des Laerdal ist ein Fischpass gebaut, über den die natürlich aufsteigenden Lachse und Meerforellen direkt in das Lachszentrum einwandern und darin in einem riesigen natürlich nachgebauten Wildfluss mit Gumpen hinter 10 Meter langen Glasscheiben bewundert werden können.

Auch dieses ist ein einmaliges und nachhaltiges Erlebnis, das man gesehen haben muss. In Aquarien kann man die einzelnen Entwicklungsstadien der Lachse verfolgen sowie in den Räumlichkeiten historisches und aktuelles Angelgerät bewundern und sich über Fangmethoden informieren. In ständig laufenden Filmen über das Thema Lachse kann man alles lernen, was man über den Lachs und seine komplizierte Biologie wissen sollte. Es ist wohl die umfassendste Ausstellung, die es weltweit über das Thema Lachs überhaupt gibt! Ein Besuch - auch für Nicht-Angler - lohnt sich auf jeden Fall und man sollte mindestens einen halben Tag einplanen! Ein weiteres Besuchsziel ist die bekannte "Stabkirche von Borgund", die ebenso in der Gemeinde Laerdal zu finden ist.

W. KLein
VHF-Referent Öffentlichkeitsarbeit

Eingang Lachszentrum Laerdal
Meerforelle und Lachs nebeneinander - deutlich sind die unterschiedlichen Maulspalten-Längen zu erkennen (re. Meerforelle).
Lachsparasit Gyrodactylus salaris Fischtreppe vom Laerdalselva in das Lachszentrum
  Fotos :W. Klein