"Ökostrom" aus Biogas-Anlagen
 
Sehr zurückhaltend - es ist ja schließlich Ökostrom - berichteten Ende Mai die Medien über gravierende Unfälle mit Biogasanlagen vor allem in Bayern und Niedersachsen. Nicht nur, dass der Abfall aus den Biogasanlagen als Gülle auf die Felder, auch bis dicht an Fließgewässer und stehende Gewässer ausgebracht wird und diese Gewässer heillos überdüngt und biologisch abgetötet werden, so kommt es auch noch regelmäßig zu erheblichen Schäden durch die Biogasanlagen selbst. So ist kürzlich Mitte Juni der Güllebehälter einer Biogasanlage im Landkreis Rottal-Inn im wahrsten Sinne des Wortes geplatzt und der gesamte Inhalt von sage und schreibe 400 Kubikmetern ist in den nahegelegenen Fluss Kollbach und von da aus in den Vilskanal gelaufen. Nicht nur alle Fische und Wirbellosen wurden getötet, sondern die gesamte Flussbiologie wurde für Jahrzehnte vernichtet. Das vernichtete autochthone, genetische Material ist überhaupt nicht zu ersetzen - und das für eine nicht nennenswerte Menge Strom, die nur für den Landwirt lukrativ ist, da er von den Stromverbrauchern über das EEG hoch subventioniert wird. Bei diesem Fall hat es zudem den Anschein, dass die für die Kontrolle zuständigen Genehmigungsbehörden ihrer Kontrollpflicht nicht nachgekommen sind.
Solche gravierenden "Unfälle" sind scheinbar in Bayern und Schleswig Holstein an der Tagesordnung - aber man liest nur selten darüber, obwohl die Folgen immer gravierend sind.

Bayernweit hat es seit 2004 bis 2013 657 (registrierte) Gewässerverunreinigungen nur durch Biogasanlagen gegeben. Mittlerweile gibt es allein in Bayern 2.330 solcher Anlagen, die durch alle Stromverbraucher über das EEG gefördert werden. (s. Kleine Anfrage Abgeordneter Scheuenstuhl (SPD) 17/5116)
Die bayerische Staatsregierung hat wegen der andauernden Probleme höhere Sicherheitsstandards verordnet, die aber - wie die jüngste Katastrophe belegt - hinten und vorne nicht ausreichen. Ein riesiges Problem kommt erst noch auf unsere Gewässer zu, da immer mehr dieser stinkenden Gülle und Ökostrom produzierenden Biogasanlagen gebaut werden und schließlich die große anfallende Menge Gülle auf die Felder ausgebracht wird. Die Ackerflächen können die Nährstoffe überhaupt nicht aufnehmen und der nächste Regen lässt die Masse der Nährstoffe in die Gewässer fließen, wo sie ihre verheerende Wirkung zum Nachteil der Natur und der Arten nicht verfehlen! Hinzu kommt noch ein regelrechter Gülletourismus aus Holland auf unsere heimischen Felder, weil man die Masse des stinkenden, sauerstoffzehrenden Breies dort nicht unterbringen kann. Doch die Holländer können sich freuen, denn der Rhein bringt es wieder vorbei!
Man fragt sich, warum eine Europäische Wasserrahmenrichtlinie schon im Jahre 2000 von der EU den Mitgliedsstaaten verordnet wurde, bei der die "gute Wasserqualität und das Grundwasser" ein prioritäres Ziel sind? Wie soll das erreicht werden?
Im Rahmen der bereits jetzt gescheiterten Energiewende (Originalton Gabriel bei SMA in Kassel) werden wir noch viele Ungereimtheiten erleben müssen, denn man kann jetzt schon absehen, dass wir in allen Bereichen der Natur - im Wald, in der Flur und in den Gewässer - derzeit den kläglichen Rest, der noch ein wenig funktioniert - zerstören!
Ökostrom ist bei unseren politischen Größen das völlig falsch verstandene Schlagwort und sie sind als pure Laien der Grund dafür, dass derzeit so falsch und fatal unsere Natur mit ihrer einst prächtigen Vielfalt zerstört wird!
Nur die Unwissenden und die grünen Gutmenschen - und natürlich die Profiteure des Schwindels - tragen diesen Unsinn noch mit, doch der Tag ist nicht mehr fern, wo auch sie erkennen werden, wie falsch sie gehandelt haben!
Wir fordern, dass die falschen Anreize, die das EEG liefert sofort mit diesem Gesetz abgeschafft werden! Insgesamt käme das auch unseren Gewässern und der darin lebenden Artenvielfalt zugute!

Winfried Klein