Hat Energie de France (EDF) eine "versteckte Agenda"?
 
Offener Brief an den französischen Wasserdirektor
 
Seit der Rheinministerkonferenz in Basel und vor allem anlässlich diverser Treffen mit EDF und im Anschluss an das IKSR Seminar zu Vogelgrün, haben viele der Mitglieder unserer Koalition Salmoncomeback ihre steigenden Bedenken zur Haltung der EDF zur Frage der Herstellung der Durchgängigkeit zwischen Stassburg und Basel geäussert. Wir haben uns daher erlaubt, im Namen der Koalition einen kritischen offenen Brief an den französischen Wasserdirektor zusenden.

Fluss frei für den Rheinlachs

In dem offenen Brief äussern wir unsere Zweifel an EDF's Willen die volle Durchgängigkeit herstellen zu wollen. Insbesondere machen wir den französischen Wasserdirektor darauf aufmerksam, dass wir alle den Eindruck haben, dass die EDF hinter der Idee der nach wie vor unklaren "kurzfristigen" mobilen Fischpasslösung eine "Hidden Agenda" hat und versuchen könnte den Fischtreppenbau für die Kraftwerke Rhinau, Marckolsheim und Vogelgrün um Jahre zu verzögern oder gar fallen zu lassen. Im Weiteren äussern wir uns positiv zur Durchführung und den Resultaten zum Kraftwerk Vogelgrün und unterstreichen den Umstand, dass verschiedene Projekte zu Vogelgrün machbar scheinen und dass sich die Frage stellt, ob die kurzfristige mobile Fischpasslösung, in der heutigen Form, überhaupt noch Sinn macht. Schlussendlich ersuchen wir die französische Regierung, die EDF aufzufordern, bis spätestens zur nächsten Plenarsitzung der IKSR im Juli 2015, einen verbindlichen Terminkalender zur Herstellung der Durchgängigkeit vorzustellen. Am Schluss des Briefes betonen wir unsere Bereitschaft zur Kooperation und drücken die Hoffnung aus, dass die modelhafte Zusammenarbeit an der Loire zwischen den NGO's, dem französischen Umweltministerium und der EDF auch am Rhein Wirklichkeit werden könnte.
Quelle: mit Genehmigung von Roberto Epple, www.salmoncomeback.org

Anmerkung: Bei dem Tri-Regio-Symposium in Basel, am 13. Und 14. Februar 2015 (s. Hessenfischer 1/2015, Seite 8ff) sagte der Vertreter der EDF, die als Eigentümerin der Wasserkraftanlagen für die Herstellung der Durchgängigkeit an diesen Wehren im Rhein zuständig ist, dass sie überhaupt keine Ambitionen hätten, die fehlenden Fischaufstiegsanlagen zu bauen. Er schlug vor, ganz auf diese Fischaufstiegsanlagen zu verzichten und die Lachse mit dem Schiff bis in die Schweiz zu fahren. Eine wohl wahnwitzige Idee, die auch mit der Wasserrahmenrichtlinie nicht in Einklang zu bringen ist und darüber hinaus die Abstiegsproblematik der Lachssmolts oder der Blankaale überhaupt nicht berücksichtigt! Hieran kann man ablesen, welche Verantwortung diese mächtigen und reichen Konzerne für unsere Natur und den Artenschutz verkörpern: Keine!

Winfried Klein