Hegegemeinschaft Salzböde

 
Fischreiches Fließgewässer wird nun von vielen gehegt
 
Gladenbach (vhe). Das Gewässersystem der Salzböde ist für seinen Fischreichtum bekannt. Mehrere Fischereivereine entlang des Flusses haben sich nun zur hessenweit ersten Hegegemeinschaft für ein Fließgewässer zusammengeschlossen.

"Die Salzböde ist ein gesunder Fluss der Gewässergüteklasse 2 und bietet einen reichhaltigen Lebensraum für eine Vielzahl verschiedener Fischarten", erklärte Herbert Theißing, der auf der konstituierenden Sitzung der "Hegegemeinschaft Salzböde" zum Ersten Vorsitzenden gewählt wurde.

Der Fluss durchfließt auf einer Länge von rund 28 Kilometern die Gemeinden Bad Endbach, Gladenbach, Lohra und mündet bei Lollar-Odenhausen im Landkreis Gießen in die Lahn. Gespeist wird die Salzböde von zahlreichen Bächen: Neben kleineren Rinnsalen, wie beispielsweise der Hinterbach bei Gladenbach-Rachelshausen, versorgen auch größere Fließgewässer, wie die Vers bei Kirchvers, den Fluss mit Frischwasser.

Den Grund für den Fischreichtum sieht der neue Vorsitzende in den ökologisch sehr wertvollen Uferstreifen, deren Vegetation Wasserlebewesen einen abwechslungsreichen Lebensraum biete. So lassen sich besonders häufig Forellen und mit diesem Fisch verwandte Arten entdecken, sagte Theißing.

"Für die Natur und für die Fischer ist es erfreulich, dass sich die Gewässerqualität in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten kontinuierlich verbessert hat. Dank guter Kläranlagen und schonender landwirtschaftlicher Methoden, die weniger Pestizide und Gülle bedürfen, ist die Salzböde in einem einwandfreien Zustand", sagte der Erste Vorsitzende.

Nur Inhaber des Fischereirechts können Mitglied werden

"Die Gründung der Hegegemeinschaft ist einmalig in ganz Hessen", freute sich Roland Döhler, Leiter des Fachbereichs Ordnung und Verkehr des Landkreises Marburg-Biedenkopf. "Als Körperschaft des öffentlichen Rechts ist die Hegegemeinschaft ein wirksames Instrument zur Vertretung der Interessen der anliegenden Fischer und Fischereivereinigungen.

Die überregionale Gemeinschaft trage dazu bei, die Bewirtschaftung der Salzböde abzustimmen, so Döhler weiter. Dazu gehöre ein Hegeplan, der Fischfangquoten ebenso wie die Pflege der Bestände regelt, ergänzte Theißing.

An der Gründungsversammlung der "Hegegemeinschaft Salzböde" nahmen Vertreter verschiedener Angelsport- und Fischereivereine aus allen anliegenden Gemeinden teil. Im Vorfeld hatte sich ein provisorischer Vorstand mit der detaillierten Gestaltung einer Satzung beschäftigt und eine Vorlage zur Abstimmung vorgelegt.

Darin ist unter anderem die Gewichtung der Stimmen einzelner Mitglieder bei Versammlungen geregelt, die sich nach der Größe der Gewässerfläche richtet, auf der das Fischereigesetz ausgeübt werden darf. Überhaupt dürfen nur Personen Mitglieder der Hegegemeinschaft sein, die das Fischereirecht besitzen oder gepachtet haben.

Die Satzung wurde von den anwesenden Vertretern der Anrainervereinigungen einstimmig beschlossen. Aus der anschließenden Vorstandswahl ging Herbert Theißing aus Lollar-Salzböden als Erster Vorsitzender hervor, Martin Rohr (Lohra) wird ihn vertreten. Zum Schriftführer wurde Holger Drechsler (Lollar-Salzböden) gewählt, Günther Haendel (Mornshausen/S.) ist Kassierer.

Zur Gründung der Gemeinschaft und zur Wahl gratulierten Guntram Ohm-Winter von der Oberen Fischereibehörde beim Regierungspräsidium Gießen und Cornelia Tschauner von der Unteren Fischereibehörde beim Kreis.

Quelle: Hinterländer Anzeiger vom 01.10.2010