Recht
 
 

Alltägliche Rechtsfragen zum HFischG

 
Fangstatistik
Die Verordnung über die gute fachliche Praxis in der Fischerei und den Schutz der Fische (Hessische Fischereiverordnung -HFO) vom 17. Dezember 2008 enthält in § 9 die Vorgabe, daß eine Fangstatistik Angaben zu Art, Anzahl und Länge der gefangenen Fische enthalten soll. Bis dahin wurden Angaben zu Art, Anzahl und Stückgewicht verlangt.

Die Vorschrift, Art, Anzahl und Länge der gefangenen Fische in der obligatorischen Fangstatistik aufzuzeichnen, folgt den Anforderungen aus der Fischereiwissenschaft. Denn die Alterklassen und ihre Verteilung, also die die Altersklassenstruktur von Fischbeständen, werden anhand der Fischlängen bestimmt.
Damit ist aber die Aufzeichnung der Stück- oder Gesamtgewichte der Fänge nicht überflüssig. Denn ein Gewässerbewirtschafter wird in der Regel auch den Jahresertrag seines Gewässers in kg pro Hektar ermitteln wollen bzw. müssen, deswegen braucht er auch Gewichtsangaben.
Angaben zu Art, Anzahl und Länge sind die fischereigesetzliche Mindestanforderung an eine Fangstatistik, aber niemand ist deswegen daran gehindert, auch die Gewichtsangaben aufzuzeichnen bzw. aufzeichnen zu lassen.
An unserem Verbandsgewässer Main beispielsweise fragen wir deshalb immer beide Angaben per Fangliste ab.
Und deshalb wissen wir, daß dort bei etlichen Fischarten die mittleren Fischlängen (=Alterklassen) fehlen und daß der Fangertrag in kg pro Hektar recht gering ist. Beides läßt dann wiederum verschiedene Rückschlüsse zu.


Erlaubte Anzahl von Angelruten
Das hessische Fischereirecht enthält keine detaillierten Bestimmungen zu Art und Anzahl der Angelruten und Art und Anzahl der Haken ("Anbißstellen").
Zu beachten ist lediglich die "Generalvorschrift" von § 5 Satz 1 der Verordnung über die gute fachliche Praxis in der Fischerei und den Schutz der Fische (Hessische Fischereiverordnung -HFO): "Beim Fischfang ist die Verwendung künstlichen Lichts, explodierender, betäubender oder giftiger Mittel sowie verletzender Geräte mit Ausnahme von Angelhaken verboten".

Bezüglich der Köder ist selbstverständlich noch § 10 Abs. 1 der HFO besonders wichtig:
"Die Verwendung lebender Wirbeltiere als Köder zum Fischfang ist verboten."

Wie viele und welche Angelruten verwendet werden dürfen, welche und wie viele Haken an der Angel sein dürfen, welche Köder evtl. ganzjährig oder saisonal erlaubt sind (Ausnahme: lebende Wirbeltiere), und welche nicht, regeln demnach die Fischereirechtseigentümer oder -pächter, wenn sie dies wollen. In der Regel stehen einschlägige Bestimmungen auf den Fischereierlaubnisscheinen oder liegen beispielsweise als Gewässerordnungen von Angelvereinen vor.

Nachtangeln
Zum Nachtangeln gibt es in Hessen keine fischereigesetzliche Vorschrift.
Dennoch ist an bestimmten Gewässern oder Orten das Nachtangeln eingeschränkt oder ganz untersagt. Auch in diesem Punkt sind dann in der Regel örtliche Bestimmungen der Fischereirechtseigentümer oder -pächter (beispielsweise Angelvereine) maßgebend, die meistens aus Gründen der Fischereiaufsicht beschlossen und erlassen wurden. In machen Fällen führen aber auch Gründe der öffentlichen Sicherheit und Ordnung dazu, daß kommunale Ordnungsbehörden den nächtlichen Aufenthalt an Gewässern einschränken oder untersagen. Meistens werden solchen Maßnahmen durch unliebsame Vorfälle ausgelöst.

LRP