Gewässer und Ausbildung im Verband

Die bei unseren Untersuchungsterminen intensiv geführten Gespräche bei den Vereinen ergeben mittlerweile ein gutes Bild der realexistierenden Praxis zum Thema Gewässerwartearbeit.

Durch unsere Referenten in der Gewässerwarteausbildung wird viel Zeit und Engagement investiert, um die Vereinsgewässerwarte auf ihre Arbeit gut vorzubereiten. Diese Grundlagen sollen dann durch eigene Leistungen gefestigt und durch den Besuch von Seminaren erweitert werden.
So der Plan. In der Realität sieht das allerdings etwas anders aus.
Die Ziele unserer Gewässerwarteausbildung können oft nicht ausreichend in die Vereine transportiert werden. Lückenhafte oder fehlende Untersuchungsergebnisse sind leider die Folge.

Eine Ursachenforschung hierzu wäre müßig, zumal viele Faktoren zum Tragen kommen. Bleibt die Frage wie die Situation nachhaltig zu verbessern ist?

Eine Möglichkeit, um noch näher an die Vereinsgewässerwarte heranzurücken könnten "ad-hoc Seminare" sein. Die Idee dahinter - bei Vorort Terminen des Gewässerwarteteams erfolgt kurzfristig eine Benachrichtigung über den Mailverteiler an umliegende Vereine. Evtl. gelingt es uns auf diese Art, kleine Arbeitsrunden an verschiedene Gewässer zusammen zu holen. Ein Versuch in 2017 ist eingeplant.

Die im letzten Heft erwähnten Elektrobefischungen an diversen Stillgewässern unserer Mitgliedsvereine sind größtenteils abgearbeitet. Die daraus resultierenden Anträge zur Verlängerung von bestehenden Kormoranvergrämungen liegen mittlerweile den zuständigen Unteren Fischereibehörden zur Bearbeitung vor in der Hoffnung, dass sich die Arbeit dafür gelohnt hat.

Insgesamt decken sich die Eindrücke bei den Befischungen mit folgender Aussage im Gewässerkundlichen Jahresbericht 2015 des HLNUG:

Hydrologie in Hessen, Heft 14 - Gewässerkundlicher Jahresbericht 2015
Bei ca. drei Viertel der hinsichtlich des Fischbestandes untersuchten Gewässerabschnitte wird der gute ökologische Zustand noch nicht erreicht

Beziehen sich die Aussagen des HLNUG im Wesentlichen auf Fließgewässer, sprechen unsere Ergebnisse für vergleichbare Probleme in vielen Stillgewässern. Und da schließt sich der Kreis zum vorigen Beitrag unter H2O.

Zitat: Interessanter Nebenaspekt wird die Frage sein, wie häufig die ehemaligen Rote-Liste Arten unserer Stillgewässer wirklich wieder vorhanden sind?
Ist die Grundlage zur Novelle der Roten Liste der Fische & Rundmäuler in Hessen in sich stimmig oder wird ein aktuell verzerrtes Bild abgebildet?

Karl Schwebel
VHF-Referent Gewässer Süd